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Im voralpinen Gelände sollte die fremden Heere und Armeen aufgehalten werden – wie es schon1315 in Morgarten gelungen war. Heute finden sich dort Panzersperren und Artilleriebunker aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Sie haben ihren Auftrag erfüllt, nun gehören sie zu unserer Geschichte.

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Grosse Schlachten wurden in der Vergangenheit in weiten Ebenen oder hügeligem Gelände geschlagen. Aber auch topografische Engpässe sahen manch kriegerische Auseinandersetzung. In den südlichen Sümpfen des Ägerisees am Morgarten stoppten nach der Überlieferung die Eidgenossen das habsburgische Heer. Die Wil-denburg kontrollierte hoch über dem Lorzentobel den Verkehr vom Tal in die Bergdör-fer.

Im Zweiten Weltkrieg erhielt «der Berg» als nördlicher Rand des Reduits eine ganz spezielle Bedeutung. Mit dem Ende des „Kalten Kriegs“ und der Umstrukturierung der Armee wurden die Anlagen zum Teil unserer Geschichte.

Als der Generalstab realisierte, dass die Verteidigung der Schweizer Landesgrenzen schwierig und auch die Linth-Limmat-Linie einem gegnerischen Ansturm nur bedingt standhalten würde, wurde das Reduit geschaffen. Im gebirgigen Teil der Schweiz wollte man sich so einrichten, dass mindestens in einem Teil unseres Landes immer die Schweizer Fahne weht.

Nördlich der Stadt Zug wurden die ersten Beobachtungsposten installiert. Alle Ein-gänge ins Ägerital wurden befestigt. Man baute innert kürzester Zeit auf dem Zuger-berg und in den Berggemeinden Panzerabwehr- und Maschinengewehrwerke, Tank-büchsenstände, Panzergräben und -mauern, Mannschaftsunterstände, Artillerie-plattformen, Kavernen, Telefonzentralen und Fliegerabwehrtürme aus Holz. Mit Tankbarrikaden auf den Strassen und Betonsockeln im Gelände wollte man das rasche Vorwärtskommen eines Angreifers verzögern. Es wurden sogar permanente Sprengobjekte eingerichtet.

Zur Zeit des „Kalten Krieges“ baute man ASU (atomsichere Unterstände) und ein 12-cm-Festungsminenwerfer-Werk. Aus dieser Zeit stammt auch die Lenkwaffenstellung auf dem Gubel.

Die ortsfeste Infanterie schützte und sicherte die Anlagen. Sie hatte dafür einen feuer-starken Partner, der sie im Kampf gegen Angreifer hätte unterstützen können.

Von den über hundert Anlagen sind viele nicht mehr vorhanden, speziell die Strassen-hindernisse, die Holzbaracken in den Wäldern und die Flabtürme.

Ein grosser Teil der verbliebenen Réduit-Festungen im Kanton Zug ist heute im Besitz der Militärhistorischen Stiftung des Kantons Zug. Einige Werke stehen der Öffentlichkeit zur Besichtigung offen und können entdeckt werden.

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BESICHTIGUNG

Besichtigungen werden nur von April bis Oktober durchgeführt. Für die Organisation von Besuchen in den Festungen ist zu beachten, dass die Anlagen nicht mit regelmässigen Öffnungszeiten betrieben werden können. Besichtigungen werden nur nach spezieller Vereinbarung durchgeführt und dauern normalerweise zwei Stunden. Eine Anmeldung als Gruppe und als Einzelperson ist unbedingt notwendig. Die Zufahrt ist abhängig vom vereinbarten Treffpunkt.

Information und Anmeldungen

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